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Alltagsschnipsel

Danke, Achim!

 

 

Liebe Frau Stocker, liebe Sabine, lieber Christian, werte Trauerfamilie, liebe fernen und nahe Freunde von Achim Stocker,


eine weiß Gott ungewöhnliche Stunde, ein schwerer Tag für Sie, für uns alle, für Freiburg. Und ein ungewohntes Bild.

Mitten auf dem Platz, auf dem sonst gespielt wird, gefiebert wird, spielerische Höhen und Tiefen erlebt und durchlebt werden: der Sarg von Achim Stocker, ihr Ehemann, ihr Vater, Euer Opa, Steven und Chrisi.

Jäh ist das alltägliche Tun unterbrochen. Seit dem vergangenen Sonntag müssen viele fertig werden mit der Nachricht: Achim Stocker ist tot.

Heute sind wir hier im Stadion zusammen – um Abschied zu nehmen. Viele können es nicht fassen, dass alles zu Ende sein soll: das Gespräch, das schweigende Verstehen, das gemeinsame Tun. Einer, der immer da war, ist nicht mehr. Seine Augen, sein Blick, seine Hand, seine klaren Worte: sie fehlen. Sein Mund schweigt.

Viele sagen: Das kann doch nicht sein. Das darf nicht sein. Wir wehren uns, lehnen uns auf. Fast ungläubig geht unser Blick auf den Sarg: Wir werden stumm: Doch. Es ist so. Es gilt, adieu zu sagen. Ein letztes Mal.

Adieu und Danke! Darum sind wir hier zusammen. Mit vielen Menschen. Den unglaublich vielen, die Achim Stocker wertschätzen – weit über den Tod hinaus!

Wir müssen irgendwo hin mit unserer Trauer. Mit unseren Fragen. Wir müssen den Alltag unterbrechen. Und wir wollen unsere Wertschätzung zeigen. Unsere Dankbarkeit: Sie wird vielen erst jetzt so richtig bewusst. Wir spüren – jetzt erst recht – mit dem Tod – wen wir da verlieren. Wen wir hergeben mussten. Sie, in der Familie zuallererst. Es fehlt der Ehemann. Der Vater. Der Freund. Der immer da war. Sie, seine unmittelbaren Freunde. Sie, der Verein.
Die ganze große Fangemeinde, einflussreiche und einfache Menschen, die ganze große Familie um den Freiburger SC. Seit 37 Jahren mit Achim Stocker. Ihre Mitte fehlt.

Gut, dass wir uns hier eingefunden haben. Gut, dass dies so sein kann heute und jetzt. So schwer das ist für viele. So richtig ist es.

Ja – es gilt, auch hier auf dem Platz, im Stadion, dem ins Auge zu sehen. Dem Tod. Der Fäden abreißt. Uns jäh unterbricht. Der Tod: Der gehört unerbittlich zu unserem Leben. Zu Deinem und zu meinem Leben.

Und die es können, versuchen zu beten: Hilf uns, Gott, der Wahrheit standhalten. Hilf uns trauern. Und mit der Trauer zu leben. Schritt um Schritt weiterzugehen.

Hilf uns, auch wenn es uns schwer ums Herz ist, hilf uns, dankbar werden für alles, für alles, was gewesen ist. Hilf uns erkennen, was bleibt. Mach in uns die Hoffnung wach auf ein Wiedersehen, auf eine Zukunft bei Dir, Gott.

Mit einem Gebet, das Menschen schon Jahrtausende vor uns zum Himmel gerufen haben, wollen wir beten:
Ich komme zu Dir, Gott und ich sage: Du bist meine Zuflucht. Mein Gott, ohnmächtig wie ich bin: Ich vertraue dir. Gott selber sagt: Du kannst dich darauf verlassen: Ich lasse dich nicht fallen. Ich breite meine Flügel über dich. Bei mir bist du geborgen. Du musst keine Angst mehr haben – auch nicht vor dem schrecklichen Tod. Es wird dir nichts Böses geschehen. Denn ich, Dein Gott, ich habe meinen Engeln befohlen, dich zu beschützen – auch im Abgrund des Todes. Sie werden dich auf Händen tragen und dich geleiten in den Tag,
an dem die Sonne nicht mehr untergeht. (nach Psalm 139)

Ein wunderbares Wort, das Halt geben kann und Trost, wenn es uns innerlich friert, uns kalt über den Rücken geht. Das ist unser Glaube – im Angesicht des Todes. Ein Glaube, der Achim Stocker in die Hand seines Schöpfers zurückgibt. Ein Glaube, der weiß: Nein,
was du gewirkt hast, was Du geschaffen hast, Was Du gegeben hast, Was Du bist:
Das fällt nicht ins Leere. Ins taube, unheimliche Vergessen. Das ist gehoben, aufgehoben in Gottes guter Hand. Für immer.

Und darum können wir – viele unter Tränen – auch dankbar sein. Unseren Dank einmal so zeigen. Und sagen: Was Achim Stocker vorgelebt hat, gesät hat, in Jahren und Jahrzehnten,
unermüdlich, das ist ein Erbe. Kostbares Erbe, das verpflichtet. Ihm dankbar sein, heißt:
Habe den Mut, der zu sein, der Du bist. Bleibe dir selber treu. Steh zu dir. Ungeschminkt.
Gerade. Unverbogen. Einfach. Undiplomatisch. Direkt. Und fair! Auch gegenüber dem Gegner. Den Mut, verlieren zu können. Den Mut, siegen zu können mit Respekt vor dem Verlierer.

Habe den Mut, ein Mensch zu sein: Steh zu deinem Wort. Zu dir selber! So, dass man sich auf dich verlassen kann. Und sei dir nicht zu schade für die ganz einfachen Dinge. Die unspektakulären. Mach dir auch mal die Finger schmutzig. Und setz dich zwischen alle Stühle.

Echte Passion, echter Sportsgeist langt auch mal hin. Auch das ist Achim Stocker und sein Erbe, das in Pflicht nimmt. Der früher den Platz gemäht hat. Plakate selber aufhing. Mit der Schuhschachtel die Beiträge einsammelte. Eben hinstand und die Brote schmierte. Spieler, die keine Bleibe hatten, zuhause in der Familie wohnen ließ. Und nicht wenige bei Euch, in Stockers, zuhause waren.

Wie könnte es schöner zum Ausdruck kommen, was Achim Stocker gesät hat als in dem Kondolenzwort eines 15 – Jährigen: "Ich bin zwar nur 15 Jahre alt, und kann nicht so viel sagen, aber dass der Achim Stocker Großartiges geleistet hat, und den besten Verein geformt hat ist schon gigantisch. Kann leider nicht zur Trauerfeier wegen Schule, aber ich bin traurig. Einfach danke."

Wenn das ein 15-Jähriger von Dir am Ende Deines Lebens sagen kann und hinschreibt:
Was mehr?! Jemand anders schreibt: "Ein Präsident muss ja nicht ausschauen wie ein Präsident, oder wie schaut ein Präsident eigentlich aus? Was ich damit meine, Achim Stocker war einfach nur ein Mensch"

Ich habe hier ein T-Shirt in meiner Hand, das alle kennen. Nur zu gut kennen. "Wir sind dann mal oben. Aufstieg 2009" 2009 wird das Jahr des Aufstiegs bleiben. In die erste Liga. Und es wird für immer mit dem Abschied von Achim Stocker verbunden bleiben.

Wer von uns hätte es je geahnt, dass dieses Wort in einen noch ganz anderen Sinn ihm gilt? Als unser Wunsch, unsere Bitte für ihn, der beim Schlusspfiff am vergangenen Sonntag gegangen ist: Unsere Bitte, unser Gebet: Dass er, dem wir so viel verdanken, jetzt "oben" ist.
Für immer. Bei Dir, lebendiger Gott. Dies zu glauben sind wir in dieser Abschiedsstunde eingeladen: "Herr, Gott, lass ihn oben sein bei Dir." Ausruhen, aufatmen, leben. "Wir sind dann mal oben. Aufstieg 2009." Danke und Adieu.

Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Von guten Mächten treu und still umgeben behütet und getröstet wunderbar, - so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr; noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last, Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das Du uns geschaffen hast. Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern, des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus Deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann woll´n wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört Dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, die Du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen! Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass uns hören jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all Deiner Kinder hohen Lobgesang. (Dietrich Bonhoeffer)

(Dompfarrer Claudius Stoffel)

 


Herr Ministerpräsident, meine Damen und Herren, vor allem: verehrte Familie Stocker, liebe Hanne, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Freiburg nehmen heute Abschied von Achim Stocker. Er war seit rund einem halben Jahrhundert in Freiburg zu Hause. Er hat hier, ganz in der Nähe mit seiner Familie gelebt, und Freiburg und der SC waren sein Lebensmittelpunkt und seine Lebensaufgabe. Im Namen der Stadt und der Freiburger Bürgerschaft verneige ich mich vor einer großartigen Persönlichkeit, und ich nehme Abschied von einem Mann, der mir über viele Jahre ein enger und persönlicher Freund geworden war.

Liebe Hanne, liebe Sabine, lieber Christian, an erster Stelle gilt dieses Mitgefühl Euch. Ihr trauert um den Ehemann und den Vater. Für Stevie und Chrissie war er der Opa. Ich habe oft gespürt, wie wichtig Achim der Halt in der Familie war. Sie war ihm ein Ankerpunkt in einem Leben, in dem es nicht viel Ruhe, Muße und Freizeit geben konnte, so wie Achim Stocker das Amt des Präsidenten im Sportclub verstanden und ausgefüllt hat. Deshalb war ihm der Rückzug in die Familie, die gemeinsamen Reisen oder einfach nur der Spaziergang an der Dreisam so wichtig, um wieder Kraft tanken zu können.

Das Mitgefühl gilt auch dem Verein, dem Vorstand, der Mannschaft, dem Trainerstab und den Mitarbeitern, und allen Mitgliedern und Freunden der großen SC-Familie. Der Sportclub trauert nicht nur um den Präsidenten, der 37 unvorstellbar lange Jahre, exakt sein halbes Leben, an der Spitze des Vereins stand. Der Sportclub und alle Freunde des Vereins trauern um eine Integrationsfigur im besten Sinne des Wortes, denn das ist Achim Stocker gewesen. Er verkörperte, ja er war mit Leib und Seele der SC, und der SC war Achim Stocker. Ich bin sicher, dass es sehr in seinem Sinne ist, wenn wir ihn auf seinem letzten Weg von hier, aus "seinem" Stadion begleiten. Mir fällt die Vorstellung schwer, dass es ihn hier in der Geschäftsstelle oder auf dem Trainingsplatz nicht mehr geben wird.

Meine Damen und Herren, wir trauern um einen Mann, ohne den es den Sportclub von heute und die Erfolgsstory in der Bundesliga nicht gegeben hätte. Er hat das Amt des Präsidenten in einer Zeit übernommen, als der Verein sportlich und strukturell ein völlig anderer war als heute. Er hat dieses Amt nicht als ein Repräsentationsamt verstanden, sondern als Arbeit und Verantwortung für den Verein und für die Mitglieder. Und er hat dies getan, weil er ein Fußballverrückter war, der aber zu aller Begeisterung auch noch enorm fach- und sachkundig war. Achim Stocker war in den Anfangszeiten quasi Manager, Sportdirektor und Geschäftsführer in einer Person, und fachlich besser als mancher Trainer.

Diese Jahre waren alles andere als leicht. Ganz im Gegenteil. Ich weiß von ihm, wie viele Häme und Demütigungen er in diesen Jahren erfahren musste. "Ich war damals der Bettelkönig von Südbaden" hat er mal gesagt. Das hat ihm weh getan, auch wenn er es sich nicht anmerken ließ. Aber er hat eben nicht den Bettel hingeworfen, sondern er hat trotzdem sein Ziel weiter verfolgt. Dieses Ziel war gar nicht die 1. Liga – das hätte Achim Stocker vermutlich als Größenwahn abgetan. Sein Ziel war der sportliche Erfolg und die Konsolidierung des Vereins.

Seine Sache war immer die Sache des Vereins, die ihm wichtiger war als die eigene Ehre und Anerkennung. Deshalb ist sich Achim Stocker auch nie zu schade gewesen, Klinken putzen zu gehen oder dort mit anzupacken, wo Hilfe gebraucht wurde, und er hat in diesen schwierigen Jahren mehr als einmal in die eigene Tasche gegriffen oder für den Verein gebürgt.

Dieses Engagement, 37 lange Jahre an der Spitze des Vereins, hat den SC aus der Mittelmäßigkeit heraus gebracht, zuerst in die 2. und dann in die 1. Bundesliga, und zweimal in den UEFA-Cup. Achim Stocker ist in dieser Euphorie über den sportlichen Erfolg ein nüchterner Realist geblieben, viele sagen: ein Pessimist. Er wusste aus langer Erfahrung, dass oben an der Spitze die Luft dünn ist, und dass es im Fußball keine Dauerkarte auf Erfolg geben kann.

Dieser nüchterne Blick und die Erfahrung, seine Vorsicht im Umgang mit Geld und seine sprichwörtliche Sparsamkeit – all dies hat dem Verein gut getan - bis heute. Hier im Stadion wird sichtbar, was in der Ägide von Achim Stocker entstanden ist, auch wenn so ein Stadion nie fertig gebaut ist, und sich der Verein auch auf diesem Feld langfristig in der Konkurrenz behaupten muss. Ich darf in diesem Zusammenhang auch die Freiburger Fußballschule nennen, die ihm immer eine besondere Herzenssache war, und die ebenfalls eine bundesweit beachtete Erfolgsgeschichte ist.

Meine Damen und Herren, zu diesen Verdiensten gehört auch seine Großzügigkeit und Solidarität mit anderen, die Hilfe brauchten. Achim Stocker ist in kleinen Verhältnissen groß geworden, sein Vater war einfacher Polizeibeamter. Er wusste aus eigener Erfahrung, was Verzicht heißt. Achim Stocker hat sich nie vom Glanz der großen Namen verführen lassen, sondern er hat sich die eigene Bescheidenheit bewahrt, und er hat nie vergessen, wo er herkam. Es war mehr nur eine Marotte, dass er am liebsten einen großen Bogen um Repräsentation und Festlichkeiten machte, sondern das war seine feste Grundüberzeugung: Dass es an erster Stelle immer um das Wohl des Vereins gehen muss, nicht aber um den Präsidenten. Das hat ihm seine Glaubwürdigkeit und seine innere Unabhängigkeit bewahrt, und deshalb haben ihn auch so viele Menschen geschätzt, die mit Fußball gar nichts am Hut hatten.

Diese eigene Bescheidenheit war aber auch Großzügigkeit gegenüber anderen. Achim Stocker hat niemandem die Tür gewiesen, der um Hilfe angeklopft hat. Für ganze Generationen von jungen Spielern, denen es damals noch nicht so gut ging, war er so etwas wie ein fürsorglicher Vater. Er hat sich darum gekümmert, dass sie in Freiburg heimisch wurden, er hat sich auch darum gekümmert, dass sie eine anständige Ausbildung für die Zeit nach dem Fußball bekamen, oder dass sie beruflich unterkommen konnten. Das haben sie ihm nicht vergessen.

So war es auch vor einigen Jahren gegenüber dem Freiburger FC. Meine Damen und Herren, es ist vor allem Achim Stocker gewesen, der beim Auszug des FFC aus dem Mösle für eine anständige und faire Lösung eingetreten und dies auch durchgesetzt hat. Das war mehr als nur Großzügigkeit, sondern war der Respekt vor der Tradition und der großen sportlichen Vergangenheit des Nachbarvereins. Sein Motto war "Man begegnet sich immer zweimal im Leben".

Meine Damen und Herren, lassen Sie mich mit einigen persönlichen Bemerkungen schließen. Im politischen Leben sagt sich das Wort "Freund" leicht dahin. Die Freundschaft mit Achim Stocker war eine andere.

Wir haben uns vor vielen Jahren über den Fußball kennen gelernt. Ich verdanke ihm aber viele gute Ratschläge, auch abseits des Sports. Es waren dies Ratschläge, die ehrlich gemeint waren und aus einer großen Lebenserfahrung kamen. Er hat dies immer in der ihm eigenen und manchmal brutalen Direktheit, ohne Schnörkel und Umwege gesagt. "Ohne wenn und aber", so hat er das genannt. Bei ihm wusste man, woran man war, und wenn er etwas versprach, dann war das wie ein Vertrag.

Eine solche Verlässlichkeit und Gradlinigkeit ist selten geworden in unserer Gesellschaft, wo die Menschen zunächst auf den eigenen Vorteil schauen und sich lieber nicht festlegen. Achim Stocker war nicht so. Sein Wort galt. Das passte zu seiner Persönlichkeit, so hat er auch Verantwortung empfunden.

Meine Frau und ich verdanken ihm schließlich etwas ganz Besonderes. Wir haben uns durch Achim und Hanne Stocker kennen gelernt. Deshalb empfinden wir auch ein besonderes Gefühl von Dankbarkeit, und um so schwerer ist die Vorstellung, dass er nicht mehr unter uns ist. Er hatte in unserem Leben und in unseren Herzen seinen Platz, und dieser Platz ist nun leer.

Meine Damen und Herren, wir verneigen uns in Respekt und Dankbarkeit vor Achim Stocker als einem ganz außergewöhnlichem Menschen, der sich in vielfacher Weise um das sportliche Leben und um die ganze Stadt Freiburg verdient gemacht hat. Wir werden seinen wachen und kritischen Geist vermissen. Uns werden seine Spontaneität, sein Humor und auch sein manchmal rustikaler Charme und sein kauziger Eigensinn fehlen. Wir nehmen Abschied von einem großartigen Mann mit einem großen Herzen, und von einem echten Freund.

Heute begleiten wir Achim auf seinem letzten Weg zum Friedhof Bergäcker, nicht weit entfernt von seinem Haus, wo er mit seiner Familie gelebt hat, und von "seinem" Stadion, wo er für den Sportclub gelebt hat. Er hat es sich so gewünscht. Und ich bin sicher, dass er von dort aus den Jubel bei den Heimspielen hören wird, so wie das viele Jahre bei seinen Spaziergängen war.

(Oberbürgermeister Dieter Salomon)

 

 


 

 

6.11.09 17:30


neues aus nigeria

Mannomannmomann. Ich bin es ja gewohnt ca. 5x die Woche e-mails aus Nigeria oder sonst irgendwo vom schwarzen Kontinent zu bekommen, in denen mitgeteilt wird, dass mal wieder jemand gestorben ist, der auf seinem Konto fünfhundertachtundvierzigtausend Millionen Dollar hinterlassen hat, die man sich doch jetzt gefälligst mit freundlicher und selbstloser Hilfe des kaum der deutschen Sprache mächtigen e-mail Schreibers unter den Nagel reißen soll. Los jetzt Arschloch, schreib endlich zurück damit wir beide schweinereich werden.

Verdammter Spam, halt. Nervt zwar und wird umgehend gelöscht. Wenn die Uniklinik beim Verhindern solcher Spam-Mails ein effektiveres System hätte, wär das Leben angenehmer, aber was solls. Ich reg mich nicht mehr über die schwarzen selbstlosen Samariter auf.

 

Aber die heutige Mail hat's dann doch in sich. Kann ich Euch nicht vorenthalten:

Dear Friend,

My name is Mr Sanusi. I'm the personal secretary to the new Minister of Finance,
I'm directed to contact you by the Minister to urgently confirm from you if actually
you know one Peter Woo who claim to be your business associate/ partner in Nigeria.

The said Mr. Peter Woo is claiming to us that you are dead and he will like to change
all the Informations that you gave to us as our bonafide beneficiary.

We need to confirm from you if it's really true that you are dead and If we did not
hear from you it automatically means that you are actually dead and the information
passed to us by Mr. Peter Woo is correct.

Mr Sanusi
 
 emotion emotion emotion

 

Haaallo?! Ich fühl mich zwar mit 34 nimmer so frisch wie mit 16 - aber so emotion schlimm isses dann auch wieder nicht. 

(ganz nebenbei: jemanden zu fragen ob er schon tot ist ist ja mindestens so sinnvoll wie die Frage "schläfst du schon", oder???

25.9.09 14:54


Hähnchen-Kichererbsen-Curry mit frischem Fladenbrot

...und wieder mal eine kurze Schilderung meines selbstgemachten Abendessens von gestern...

 

Zutaten:

2 große Zwiebeln
4 EL Olivenöl
1 EL Senfsaat (gelb)
1 EL Curryblätter (gefriergetrocknet)
1 Lorbeerblatt
gemahlener Pfeffer
gemahlener Koriander
gemahlener Ingwer
gemahlener Kreuzkümmel
gemahlener Kurkuma (Gelbwurz)
Currypulver
3 kleine getrocknete Chillischoten (scharf)
2 große Kartoffeln
1 Hähnchenbrust
1 Dose gestückelte Tomaten
1 Prise Salz
Schnittlauch (gefriergetrocknet)
1 große Dose Kichererbsen
Kokosmilch(-pulver)
1 EL Paprikapaste (scharf)
Zitronensaft
1 große Zehe Knoblauch

250 g Weizenmehl
1/2 Päckchen Trockenhefe
1/2 TL Salz
gemahlene Kurkuma
gemahlener Kreuzkümmel
gemahlener Koriander
gemahlener Cayennepfeffer
Schwarzkümmel
Schnittlauch (gefriergetrocknet)
1 TL Olivenöl


Zubereitung:

Zwiebeln schälen und fein hacken. Olivenöl in einem gusseisernen Topf erhitzen, die Gewürze und die zerbröselten Chilischoten im Öl erhitzen. Zwiebeln in der Gewürzmischung andünsten, aber nicht dunkel werden lassen.
Kartoffel schälen und in 3 cm große Würfel schneiden, mit anschwitzen. Die Hähnchenbrust ebenfalls in Würfel schneiden und mit den Zwiebeln und den Kartoffeln kurz anbraten.
Mit den Tomaten und ca. 400 ml Wasser ablöschen. Salz und Schnittlauch zugeben. Kichererbsen abtropfen lassen und ebenfalls zugeben.
Das Curry bei nicht allzu starker Hitze garen lassen, bis die Kartoffeln weich, aber noch nicht verkocht sind.
Mit der Kokosmilch, 1 EL Paprikapaste und Zitronensaft nach Geschmack abschmecken. 1 Koblauchzehe durchpressen und dazugeben. Noch einmal mit Kreuzkümmel, Kurkuma und Koriander abschmecken.

Während das Curry gart, wird das Brot zubereitet:  Weizenmehl mit dem Salz, Olivenöl, den Gewürzen und der Trockenhefe mischen. Lauwarmes Wasser nach Bedarf zugeben und 10 min. zu einem geschmeidigen Teig verkneten.
Backofen auf 250 Grad vorheizen. Teig an einem warmen Ort 1/2 Stunde gehen lassen. Zu 4 flachen Fladenbroten formen, noch einmal kurz gehen lassen. Etwas Olivenöl mit Wasser vermischen, die Fladenbrote damit bepinseln und für ca. 20 min. backen.

Das Curry mit dem frisch gebackenen lauwarmen Fladenbrot servieren.

Guten Appetit!

 

edit: Verdammich. Lorbeerblatt und Knoblauch vergessen. JETZT sollte es fertig sein! 

8.9.09 23:01


Nächtliche Ruhestörung mit Warzen

Letzte Nacht kurz nach halb zwei. Die Katzen sind gefüttert, Frauli liegt schon lange im Bett, die Spülmaschine ist gestartet - ich kletter' runter in mein Arbeitszimmer. Schmeiß' den PC an, höre ein wenig Bayern4 übers Internet - plötzlich stört ein *klapperdiklapper* von außen den Klassikgenuss. Verdammich, ist da irgendein Tier im Lichtschacht vor dem Fenster? Oder klappern die Katzen in ihrem Schlafgemach, im Gästezimmer? Nein, das kommt tatsächlich von außen.

Der Sache muss auf den Grund gegangen werden. Das Steineklappern aus dem nicht oben vergitterten Lichtschacht/Platz vor dem im UG liegenden Arbeitszimmer ist zu laut und zu mysteriös zum Ignorieren.
Ich wuchte mich wieder hoch ins Wohnzimmer, organisiere eine Taschenlampe (sprich: Wecke mein seit 2 Stunden schlafendes Weibchen sanft) und hoppel nach draußen. Die Vorhänge am Fenster im Arbeitszimmer geöffnet, das Licht voll an. Ein erster Verdacht, ich glaube den Schatten vor meinem Fenster erkennen zu können - kurz ans Auto, die Stirnlampe meiner Frau geholt, runterleuchten. 

Ah, tatsächlich! Da hat sich eine Erdkröte vor meinem Arbeitszimmer verirrt und kommt nicht mehr aus dem hüfthohen 2m x 1m Lichtschaft hoch. Wieder kurz ans Auto, kleine Tüte organsieren für das Tier. Mit Tüte geht es runter in den Lichtschacht (dies alles ohne nachts um kurz vor 2 den Eindruck zu erwecken, einbrechen zu wollen in stockdunkler Nacht, da um 1 Uhr die Straßenbeleuchtung abgeschaltet wird). Kröte kurz fotografieren und für die Nachwelt dokumentieren, davon überzeugen, dass man sie in die Tüte verfrachten und in den Garten vom Nachbar gegenüber unserer Straße transferieren will. 
Krötchen war auch ganz zutraulich und dem Gedanken nicht abgeneigt. Und sprang durch Nachbars Jägerzaun recht fix raus aus der Tüte und rin in die neue Freiheit.

Wieder rein in die Wohnung, Frauli halbwach frägt nach, ich zeige ihr das Handyfoto, Frauli schläft weiter.

Heute morgen dann noch meine Frau davon überzeugt, dass sie die Geschichte mit der Kröte nicht geträumt hat. Geht doch nix über ein gutes Beweisfoto. Zwar nachts nur im Schein einer Stirnlampe aufgenommen, aber als Beweismittel genügend, wie ich finde:

 

 

erdkröte
2.9.09 10:43


25 cm Sperrmüll oder kein Anschluss unter dieser Nummer

Manchmal könnte ich speien wenn es um die e-mails bei mir auf der Arbeit geht. Alle 2 Tage bekomme ich e-mails dass das Leben ab 25 cm Länge richtig lebenswert wird. Aber wenn es darum geht dass mich der Landkreis benachrichtigt, dass der angemeldete Spermüll abgeholt werden soll - nada. Ne ganz normale *.de e-mail Adresse landet im Spamfilter - aber Mr. Longdong oder Prof. Viagra kommen dann doch ganz gerne an.
(Geil fand ich in diesem Zusammenhang die e-mail, wie ich ganz fix und ganz billig ein Diplom erstehen könnte. He Du Arsch, ich bin schon ein halbes Jahrzehnt mit Dipl. vor der Hasen-Berufsbezeichnung, sprich Dipl.Biologe). Nett wenn man erfährt dass letzten Mittwoch die Leute vom Sperrmüll umsonst bei uns zuhause vorbeifuhren. Und wir das Gelump' immer noch im Keller stehen haben.

Lösung des Problems: noch mal die Sperrmüllhotline angerufen, neuen Termin ausmachen. E-mail Adresse beim Anbieter mit dem X, dem G und dem M im Namen in die White-List setzen, SMS-Alarm setzen, damit man es auch erfährt, wenn die E-Mail ankommt und gut ist. Und warten bisses soweit ist.

Soll ja jetzt keine Werbung sein für GMX - aber ich finde es nur komisch dass man nur so rudimentär auf das Aussieben von Spam und vermeintlichem Spam bei dem Klinik-Mailserver hat. Ich dachte immer geballte Kompetenz und so...
1.9.09 15:22


Feines kleines Schäfchen

Ich schätze es ja wirklich wenn meine Frau abends kocht. Immer sehr fein.

 

Aber ab und zu genieße ich es dann auch, selbst zu kochen, am besten dann auch mal etwas experimentell. So wie gestern: kein Rezept, einfach mal aus dem hohlen Bauch heraus gekocht. Dabei raus kam:

 

Lamm-Auberginen-Ragout mit Vollkorn-Kräuterfladenbrot

1 große Zwiebeln
1 Zehe Knoblauch
3 kleine getrocknete Chillies
1 Lorbeerblatt
6 Pfefferkörner
6 Pimentkörner
1 TL Salz
Rosenpaprika
Zimt
Kreuzkümmel
Olivenöl
300 g Lammfleisch zum Schmoren

4 EL Olivenöl
1 Zwiebel
1 EL Tomatenmark (Tube)
2 große rote Spitzpaprika
2 Tomaten
1 Aubergine
Wasser
Koriander

Je 200 g Weizenmehl bzw. Weizenvollkornmehl
1/2 Päckchen Trockenhefe
1 EL Olivenöl
1 gestrichener TL Zucker
1 TL Salz
Thymian
Majoran
Sesamsaat
Schwarzkümmel
Wasser
Olivenöl


Zubereitung:

Knoblauch schälen und klein schneiden. Mit dem Salz und den Chillies (nicht entkernt!) zermörsern. Lorbeerblatt leicht zerbröseln, mit den Pfeffer- und Pimentkörnern ebenfalls in den Mörser geben und gut zerkleinern. Zwiebel klein gehackt portionsweise in den Mörser geben und ebenfalls zermörsern, bis die Würzpaste leicht flüssig wird. Mit Rosenpaprika, Zimt und Kreuzkümmel abschmecken, etwas Olivenöl dazu.
Lammfleisch in Gulaschwürfel geschnitten in eine kleine Frischhaltetüte (1 Liter) geben, Würzpaste dazu, Tüte fest verschließen und Fleisch in der Tüte gut mit der Würzpaste einmassieren. 1 Stunde oder länger im Kühlschrank ziehen lassen.

Trockenhefe mit dem Zucker und etwas Mehl in einer tiefen Tasse verrühren, mit etwas lauwarmem Wasser einen kleinen Vorteig ansetzen. Das Mehl in eine Schüssel geben, mit dem Salz, den Kräutern und dem Sesam verrühren. Den Vorteig und das Olivenöl nach ca. 10 min. dazugeben, mit lauwarmem Wasser zu einem geschmeidigen Teig gut verkneten; ca. 40 min. in einer leicht geölten Schüssel an einem warmen Ort gehen lassen. Schüssel in eine saubere Mülltüte und gut verschließen (hält die Wärme besser als ein Handtuch, der Teig trocknet auch nicht so schnell an der Oberfläche ab).

Olivenöl in einem schweren gusseisernen Topf erhitzen, Zwiebeln darin glasig werden lassen. Lammfleisch mit der Würzpaste aus der Tüte nehmen und im Topf gut anbraten. 1 EL Tomatenmark mit anschwitzen. Spitzpaprika entkernen, der Länge nach halbieren und in Streifen schneiden. Zum Fleisch dazu geben und gut mit anbraten. 2 Tomaten entkernen und in Würfel schneiden, ebenfalls zum Fleisch geben und gut mitbraten lassen. Aubergine in nicht zu große Würfel schneiden und gut anbraten.
1 große Tasse Wasser dazu geben, aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze ca. 1 Stunde schmoren lassen, bis das Fleisch zart ist. Gelegentlich umrühren, u.U. noch etwas Wasser dazugeben. Die Sauce sollte nicht allzu dünn sein, die Zwiebeln und die Tomaten sorgen für die Bindung.

Backofen währenddessen auf stärkste Hitze vorheizen, am besten Ober- und Unterhitze. Den Hefeteig noch einmal gut durchkneten, 1 großes oder 2 kleine Fladenbrote formen (ca. 1 cm dick) und mit einem Messer rautenförmig einschneiden. Wasser und Olivenöl in einem Glas mischen, Brote damit einpinseln und mit Schwarzkümmel bestreuen. Fladenbrote noch einmal ca. 10 min. an einem warmen Ort gehen lassen.
Fladenbrot bei 250 Grad backen , am besten auf einem Stein, ansonsten Backblech. Wichtig: Stein/Backblech mit vorheizen. Beim Backen etwas Wasser auf dem Boden des Backofens schütten, nach ca. 10 min. das Fladenbrot mit etwas Wasser besprühen. Brot ca. 20 - 25 min. backen lassen, sollte beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingen. Auf Rundgitter abkühlen lassen.

Zum Schluß das Ragout noch einmal abschmecken: etwas Kreuzkümmel, gemahlenen Piment und etwas gemahlenen Koriander dazugeben. Salz sollte nicht mehr nötig sein, da dies schon über die Würzpaste dazugegeben wurde.

In tiefen Tellern mit dem lauwarmen frischgebackenen Fladenbrot zum Stippen servieren.

Frecherweise keine Fotos gemacht. Aber trotzdem: Guten Appetit!

25.8.09 11:12


was für frisch-verheiratete

Er: "Na endlich, ich habe schon so lange gewartet!"
Sie: "Möchtest Du, dass ich gehe?
Er: "Nein! Wie kommst Du darauf? Schon die Vorstellung ist schrecklich für mich!"
Sie: "Liebst Du mich?"
Er: "Natürlich! Zu jeder Tages- und Nachtzeit!"
Sie: "Hast Du mich jemals betrogen?"
Er: "Nein! Niemals! Warum fragst Du das?"
Sie: "Willst Du mich küssen?"
Er: "Ja, jedes Mal, wenn ich Gelegenheit dazu habe!"
Sie: "Würdest du mich jemals schlagen?"
Er: "Bist Du wahnsinnig? Du weißt doch wie ich bin!"
Sie: "Kann ich Dir voll vertrauen?"
Er: "Ja."
Sie: "Mein Schatzi!"

 

Sieben Jahre nach der Hochzeit: Text einfach nur von unten nach oben lesen!!

 

Liebe Grüße an A. & P. - war eine wundervolle Hochzeitsfeier letzten Samstag!!!

12.8.09 10:59


bissiges miststück, elendiges...

Darf ich vorstellen: eine Kriebelmücke.

 


 

Hatte ich gestern das zweifelhafte Vergnügen sie zum ersten Mal persönlich kennenzulernen. Die Sau biss mir 2 Löcher in den linken Ringfinger bzw. in den linken Knöchel am Fuß und führte zum schlagartigsten Anschwellen von Körperteilen seit dem Beginn der Pubertät
Unmittelbar an der Fingerwurzel gebissen worden und innerhalb von Sekundenbruchteilen eine Schwellung fast bis zum letzten Gelenk. Abartig. Vom unmittelbaren stechenden Schmerz und dem anschließenden Aua-Gefühl ganz zu schweigen. Oder der Taubheit an Hand und Fußknöchel.

Fazit: Biene & Wespe - schon 2x gestochen worden, harmlos. Juckt 3 Tage lang etwas intensiver wie ein Schnakenstich, ist aber ansonsten erträglich. Aber das gestern hat echt fast aus den Socken geschlagen vor Verwunderung. So stelle ich mir Schlangenbisse vor...

Jämmerliches Versagen meinerseits: kein Foto gemacht zu haben. Aber ich war zu beschäftigt damit das verdammte Insekt zu verfluchen. Seh ich aus wie 'n Pferd oder was???

 

Neuer bester Freund: Fenistil Hydrocort Creme...

29.7.09 17:26


test

kleiner eintrag um zu testen ob mein feedreader im thunderbird überhaupt funktioniert...
23.6.09 10:36


freaked out

 

 

 

Als die Kosten für die Mäusezucht zu Beginn des Jahres exorbitant stiegen, musste sich Hasi neue Weg der Beschaffung einfallen lassen

 

http://www.sp-studio.de/

 

(Äußerliche Ähnlichkeiten mit mir sind rein zufällig beabsichtigt)

10.6.09 17:39


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